EPDG - Das elektronische Patientendossier
Alle Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz fĂĽr Gesundheitsfachpersonen in der Schweiz.
Was ist das EPDG?
Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG, SR 816.1) regelt seit 2017 die Einführung und den Betrieb des elektronischen Patientendossiers (EPD) in der Schweiz. Es definiert strenge Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Interoperabilität.
Offizielle Quellen
Die vollständigen Gesetzestexte und Verordnungen finden Sie bei:
FĂĽr wen gilt das EPDG?
Das EPDG betrifft alle Gesundheitsfachpersonen in der Schweiz: Ärzte, Apotheker, Spitäler, Pflegeheime, Spitex und weitere Leistungserbringer. Seit 2022 müssen neu zugelassene ambulante Praxen das EPD anbieten.
Die wichtigsten Anforderungsbereiche
Elektronische Identität (eID)
Sichere Identifizierung von Patienten und Gesundheitsfachpersonen. Die eID muss den Vorgaben der EPDV-EDI entsprechen und eine starke Authentifizierung gewährleisten.
FHIR-Schnittstellen
PFLICHT seit Juni 2025Fast Healthcare Interoperability Resources (FHIR) ist seit Juni 2025 gesetzlich vorgeschrieben fĂĽr alle EPD-Teilnehmer.
Achtung: PrĂĽfen Sie, ob Ihre Praxissoftware FHIR R4 unterstĂĽtzt!
VerschlĂĽsselung
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Gesundheitsdaten. Nur der Patient und autorisierte Fachpersonen können die Daten entschlüsseln.
Protokollierung
Vollständige Protokollierung aller Zugriffe. Patienten können jederzeit einsehen, wer auf ihre Daten zugegriffen hat.
400+ ZertifizierungsprĂĽfpunkte
EPD-Gemeinschaften und Stammgemeinschaften mĂĽssen ĂĽber 400 PrĂĽfpunkte erfĂĽllen, um zertifiziert zu werden. Die wichtigsten Kategorien:
Technische Anforderungen
- • IHE-Profile (XDS.b, XCA, XUA, etc.)
- • FHIR R4 Schnittstellen
- • Metadaten-Standards
- • Dokumentenformate
Sicherheitsanforderungen
- • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
- • Zugriffsprotokollierung
- • Authentifizierung (2FA)
- • Berechtigungsverwaltung
Datenschutz
- • Einwilligungsmanagement
- • Vertraulichkeitsstufen
- • Löschrechte
- • Datenportabilität
Betriebliche Anforderungen
- • Verfügbarkeit (99.5%)
- • Support-Prozesse
- • Incident Management
- • Business Continuity
E-GD 2030: Die Zukunft des EPD
Das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) wird 2030 das EPD ersetzen. Es bringt erweiterte Funktionen und noch strengere Anforderungen:
- • Obligatorium für alle Leistungserbringer
- • Erweiterte Datentypen (Genomdaten, Wearables)
- • Verbesserte Interoperabilität (EU-weiter Austausch)
- • Strengere Datenschutz-Anforderungen
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